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Familie und nachhaltiger Urlaub schließen sich nicht aus

Abgelegt unter Urlaub & Reisen by Karina Hoff am 16. August 2013

ÖkourlaubDas Öko-Gewissen schlägt zwar immer häufiger bei Menschen an, wenn es um das Thema Urlaub geht, aber oftmals verschwindet es genauso zügig wieder in der Versenkung. Dies liegt nicht am Wollen, sondern am mangelnden Können; bei jedem, der weniger betucht ist, meldet sich mit einem leichten Ächzer die Geldbörse, wenn der Begriff „nachhaltiges Reisen“ ertönt.

Extrakosten für Ökoreisen?

Kinderreiche Familien sind auf den ersten Blick mit Ökoreisen doppelt gestraft. Kindgerecht zugeschnittene Reisen sind in der Hochsaison – sprich in der Ferienzeit – wahre Geldverschlinger, und das ökologische Reisen schlägt auch noch mal mit Extrakosten zu Buche. Vom Prinzip her ist das logisch, schließlich bedeuten umweltbewusste Angebote Nachhaltigkeit, und die gibt es nicht billig von der Stange. Doch teuer bedeutet nicht gleich unmöglich; manchmal reicht schon ein anderer Blickwinkel, um das scheinbar Unmögliche möglich zu machen. Anhand der Statistik zeigt sich jedoch, dass das Umweltbewusstsein in den Köpfen der Menschen immer deutlicher wird.

Pfiffige Wege von A nach B

Ökobilanz und Flugzeug widerspricht sich genauso, wie Zigarette und gesunde Lunge. Wer jedoch ohne Flug nicht kann oder will, hat wenigstens die Möglichkeit, die Klimadifferenz verschiedener Fluggesellschaften miteinander zu vergleichen, um den umweltgerechtesten Flug heraus zu suchen.

  • Ökologisch korrekter: Bus und Bahn. Vor allem der Reisebus ist im Gegensatz zum Auto ein echter Ökofreak: 1,5 Liter Treibstoff für 100 gefahrene Kilometer braucht der Fernbus pro beförderter Person. Das Auto ist mit schlappen 5 Litern pro Person dabei und der Zug gibt sich mit 2,5 Litern zufrieden.
  • Liebe auf den zweiten Blick; die Schiffsreise. Vordergründig scheint dies eine gute Wahl zu sein, doch wer hinter die Kulissen blickt wird feststellen, dass gerade die großen Luxusliner wahre Luftverpester sind, da die Motoren mit Schweröl befeuert werden. Hier gehen einmal mehr die skandinavischen Länder mit gutem Vorbild voran; ganz aktuell ist das neue Kreuzfahrt-Fährschiff MS Stavangerfjord vom Stapel gelaufen. Es wird ausschließlich mit Erdgas betrieben und ist damit gegenüber anderen Schiffen außer Konkurrenz.
  • Nur im ersten Moment gewagt: Segeln. Der Traum schlechthin für einen entschleunigten Urlaub. Segeln gilt nicht umsonst als „weißer Sport“; die ökologische Bilanz ist fast nicht zu toppen. Kommt es beim Segeln zu Umweltverschmutzungen, liegt es eher daran, dass ein unachtsamer Schiffseigner die benutze Chemietoilette im Wasser entleert. Wer mit seiner Familie einen Segelurlaub erlebt hat, kommt tiefenentspannt aus dem Urlaub.
  • Umweltfreundlich, sportlich und ein Hauch von Abenteuer: Urlaub mit dem Fahrrad. Es kann ein wunderschönes Erlebnis werden, welches die Familie zusammenschweißt. Wenn die Kinder noch recht klein sind, kann die Fahrradtour zu einem Zielort mit einer Bahnfahrt verknüpft werden. Viele Bahnen lassen das Mitnehmen von Fahrrädern zu. Allerdings sollten in der Saison Fahrradplätze im Vorhinein reserviert werden, sonst kann es schnell passieren, dass man dem wegfahrenden Zug hinterher gucken muss, da keine Stellplätze mehr frei waren.
  • Aber ein Auto muss im Urlaub sein. Kein Problem, entweder kann vor Ort ein Wagen nach Bedarf gemietet werden, oder der Wagen wird Huckepack im Bahnwaggon mitgenommen. Und bei einer Großfamilie oder der Fahrt mit Freunden kann ein kleiner Bus gemietet werden, wodurch die Abgasbilanz heruntergeschraubt wird.

Übernachtung mit Stil

Ökohotels sind teuer, da führt kein Weg dran vorbei. Doch Zeltplätze und Bauernhöfe (vielleicht mit eigenem Arbeitseinsatz), die nachhaltig geführt werden, sind durchaus bezahlbar. Vielleicht wohnt man dann nicht gerade in einer von Touristen besonders beliebten Gegend, aber dafür stimmen der Preis und die Atmosphäre. Wer jedoch mittendrin im Rummel sein und dabei die Ökobilanz unterstützen möchte, ist in Rotterdam am richtigen Ort. Hier heißt es in der Disco „Watt“: Tanzen fürs Klima.

Etwas stiefmütterlich behandelt werden Ferienwohnungen, sie haben meist so gar nichts mit Ökologie zu tun. Doch auch hier wandelt sich das Blatt. Einmal mehr zeigt Dänemark (z.B. danwest.de), wie es gemacht wird: Unwahrscheinlich viele Häuser verfügen schon über Wärmepumpen und sind sehr gut isoliert. Auch hier gilt wieder; mit mehreren Familien wird solch ein Häuschen durchaus bezahlbar.

Auch für den kleinen Beutel sind so genannte Tauschbörsen: „Ich wohne bei Dir und Du bei mir.“ Hier kommt es auf Vertrauen an, und die eine oder andere Überraschung vor Ort mag auch gegeben sein. Daher nutzen die Möglichkeit des Tauschens inzwischen auch befreundete Familien. So wechseln Freunde aus unterschiedlichen Regionen komplett die Wohnung. Hier schlagen nur die Fahrtkosten und besuchte Sehenswürdigkeiten zu Buche.

Und dann wäre da noch das Öko-Camping. Der Name sagt es schon, die Betonung liegt auf Öko, denn Camping ist nicht gleich Camping. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) macht auf eine Reihe Kleinigkeiten aufmerksam, die beachtet werden sollten, wenn man umweltfreundlich campen möchte. Geht der Betreiber sparsam mit der Ressource Wasser und Strom um, hat er gar regenerative Energiequellen angezapft? Wird auf die lokale Artenvielfalt Rücksicht genommen? Wird auf Chemikalien verzichtet? Und wie sieht es mit der Mülltrennung und dem Recycling aus?

Fazit

Mit kleinem Geldbeutel einen ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen, ist – wenn man ein wenig flexibel und experimentierfreudig ist – durchaus möglich. Meist sind gerade die individuell gestalteten Reisen die, die man nie vergisst. Zugegeben, ein wenig Nachforschungsarbeit geht mit einem günstigen Urlaub einher, wenn er umweltfreundlich gestaltet werden soll. Jedoch entdeckt eine Familie gerade in diesen Urlauben viele Sehenswürdigkeiten, die dem Massentourismus oftmals verschlossen bleiben.

Ich liebe das Schreiben und das Leben mit und in der Natur. Ökologie ist für mich ganz wichtig. Allerdings beschäftige ich mich auch mit wichtigen Aspekten im täglichen Leben.

 



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