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World Heritage: Deutschlands Kulturerbedenkmäler

Abgelegt unter Urlaub & Reisen by Monique Scholz am 07. März 2013

World HeritageDeutschland hat seit 2012 ganze 37 Kulturdenkmäler, die den Titel UNESCO-Welterbe tragen dürfen. Mit der Auszeichnung „World Heritage“ würdigt die UNESCO den außergewöhnlichen, universellen Wert von Bauwerken bzw. Naturräumen. Wichtige Punkte sind hier Einzigartigkeit, Authentizität und Integrität. Seit die Welterbe-Konvention 1972 in Kraft getreten ist, soll so ein wichtiger Beitrag für die Erhaltung geleistet werden. Vielfach muss zunächst auch erst die Bedeutung genauso wie die Gefahren für die Wahrzeichen ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden. Seit Juli 2012 stehen auf der Welterbeliste 962 Denkmäler in 157 Ländern. Die Titelträger befinden sich auf allen Kontinenten – mit Ausnahme der Antarktis. Die UNESCO verlieh den Welterbestatus an 745 Kulturdenkmäler und 188 Naturdenkmäler. 29 Denkmäler bekamen den Titel „Weltkulturerbe und Weltnaturerbe“ zugesprochen.

Nationale Wahrzeichen in Deutschland

Viele der deutschen UNESCO-Welterbestätten sind nationale Wahrzeichen wie zum Beispiel der Kölner Dom, die Wartburg oder Schloss Sanssouci in Potsdam. Erst 2012 schaffte es mit dem Markgräflichen Opernhaus in Bayreuth ein weiterer Kandidat auf die UNESCO-Liste und befindet sich damit auf Augenhöhe mit Machu Picchu (Peru), Mont Saint Michel (Frankreich) oder den Pyramiden von Gizeh (Ägypten).

Doch wer denkt, dass die UNESCO den World Heritage Titel nur an „alte Gemäuer“ wie Kirchen, mittelalterliche Städte oder Burgen und Schlösser verleiht, der täuscht sich gewaltig. Ausdrücklich schützenswert sind auch Industriedenkmäler oder Kulturlandschaften. So ist es nur konsequent, dass mit dem Fagus-Werk in Alfeld, dem Bergwerk Rammelsberg mit dem Oberharzer Wasserregal oder der Zeche Zollverein in Essen auch an eine längst vergangene Industriekultur gedacht wird. Diese ist vielleicht längst nicht ganz so spektakulär wie der Aachener Dom. Sie hat aber unsere heutige moderne Gesellschaft genauso mitgeprägt wie die Weimarer Klassik oder die Hanse. Im Jahre 2012 waren übrigens alle Bundesländer aufgefordert, weitere Kandidaten für die Tentativliste vorzuschlagen. In dieser Liste werden in Deutschland all jene Aspiranten gesammelt, die eine Bewerbung um den Welterbetitel einreichen möchten. Ab 2014 soll die bestehende Liste ergänzt werden. Eines Tages kann so auch das Märchenschloss Neuschwanstein zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Es wurde nämlich mit anderen Schlössern des Märchenkönigs Ludwig II. vom Freistaat Bayern vorgeschlagen und hat gute Chancen.

UNESCO-Weltkulturerbe ist nicht nur ein Aushängeschild sondern eine Verpflichtung

Beim UNESCO-Weltnaturerbe kann Deutschland immerhin mit vier Titelträgern aufwarten. Der bekannteste ist sicherlich der Nationalpark Wattenmeer. Dieser einzigartige Naturraum beherbergt fast so viele Arten wie der Amazonasregenwald. Beinahe 10.000 Arten sind gezählt worden – darunter Kegelrobben und Schweinswale. Doch besonders typisch für das Wattenmeer sind die „Five Small“: Strandkrabbe, Wattwurm, Nordseegarnele, Wattschnecke und Herzmuschel. Aber auch die Grube Messel, die Buchenurwälder oder das Dessau Wörlitzer Gartenreich müssen sich nicht vor anderen großen Weltnaturerbestätten wie dem Grand Canyon (USA) oder den Wasserfällen von Iguazu (Brasilien/Argentinien) verstecken.

Dass das Welterbe-Komitee in punkto Schutz allerdings keinen Spaß versteht, musste das Dresdner Elbtal erfahren. Diesem wurde 2004 der UNESCO-Titel zugesprochen. Als die Pläne für die Dresdner Waldschlösschenbrücke vorgestellt wurden, ermahnte die UNESCO die Verantwortlichen, dass damit der Welterbe-Status verloren gehen würde. Als der Bau begonnen wurde, verlor das Dresdner Elbtal 2007 den Titel konsequenterweise. Auf der Welt gibt es bislang nur zwei Fälle, in denen der Welterbe-Titel wieder aberkannt wurde. Dresden ist daher auch ein Mahnmal dafür, dass das UNESCO-Welterbe mit Bedacht geschützt werden muss. Die von der UNESCO geäußerten Bedenken sollten in jedem Fall ernst genommen werden.

 



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